Bleibe nah und tue nichts

Das gelbe Buch
mit dem goldenen Titel
der mir entfallen ist
wartet im Büchergestell
schon seit langem auf dich
wartet beharrlich
neben der verstaubten Lücke
die das grüne Buch
mit dem karminroten Titel
zurückgelassen hat
als es einmal verliehen
sich in irgendwelchen
raschen Händen
einer kurzen Liebe
verlor

Nur sein Titel
Bleibe nah und tue nichts
klammert sich noch
in meiner Erinnerung fest
vielleicht
weil ich damals
mit den Fingerkuppen
darüber glitt
und den zarten Schmerz spürte
einer zierlichen Grabinschrift
im Granit

Doch suche mich nicht hier
und warte nicht auf mich
Seit undenklichen Zeiten
streife ich umher
durch die herbstlichen Wälder der Erde
Wölfe und wilde Hunde an der Seite
vollkommen durchschienen
vom Licht
das durch die unzähligen Blätter scheint
der Buchen und des Ahorn