Disziplin, Liebe und Erleuchtung

Die großen Weltreligionen Buddhismus und Christentum sagen, daß Bewußtwerden mit Schmerzen beginnt. Das Christentum sagt, daß wir leiden, weil wir unseren Trieben folgen. Der Buddhismus sagt, das Leben sei Leiden und Schmerz. Obwohl heute viele Menschen ohne bestimmten Grund eine Psychotherapie beginnen, gibt es keinen Weg, der Tatsache des Schmerzes auszuweichen. Wachstum und Einsicht beginnen meistens mit Unzufriedenheit, Unglücklichsein und Schmerz. Man könnte denken, daß Schmerz allein ein ausreichender Grund zur Veränderung sei.
Früher setzte ich einfach voraus, daß die Menschen sich schon ändern würden, wenn es erforderlich sei. Aber nach vielen Jahren therapeutischer Arbeit machte ich eine beunruhigende Entdeckung, die mein Vertrauen in die Menschen erschütterte. Ich entdeckte, daß Schmerz nicht ausreicht, um die Menschen zur Wandlung zu bewegen; allein sein Vorhandensein oder seine Abwesenheit ist nicht genug, um die Menschen zu ändern. Da ist etwas anderes, ein seltsames, nicht vorhersagbares Element, das erforderlich ist, bevor die Menschen ihre Probleme bearbeiten und ihr Leben ändern können. Dieses Element ist eine Mischung aus Disziplin, Liebe und Erleuchtung.

A. Mindell Traumkörper und Meditation

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