Himmel auf Erden

Jetzt sind wir angekommen
im Himmel auf Erden
nach langem Aufstieg im Schnee

Hier oben ist alles Licht
und hell und erleuchtet
ist alles ein Augenblick

Ich könnte dir
Fotos machen
und hinunter senden

Doch würdest du
nur dunkle Fotografien sehen
alle schrecklich unterbelichtet

Und dennoch ist das
was sieht
frei

Es sieht die Bäume
wie sie auf der Erde
balancieren

Es sieht den vollen Mond
noch unschlüssig
hinter dem Hügel lauern

Es sieht das ferne Hundegebell
sich immerzu
in der Nacht verlieren

Es lauscht dem Gebet
des verlassenen Hundes
das die Stille preist

Die Eisrosen
an den Fenstergläsern
duften nach Eisrosenheit

Und ich bin
die Kuh
unten im Tal

In unendlichen Stunden des Kalbens
muhe ich mein Leid
in die Welt

Jeder Augenblick
ist messerscharf
wie der Schmerz

Und wie eine Flamme
erleuchtet er
alles

Wie er
augenblicklich
auch alles verzehrt