Trennung und Angst

Anscheinend geschieht die Trennung für das Baby, wenn die Mutter plötzlich nicht nur eine andere Form seiner selbst ist, sondern zu einer Mutter wird - zu einer Person da draussen, die Klaus oder Suzanne zu ihm sagt. Dieser erste Augenblick, wo plötzlich der Glaube auftaucht: "Ich bin ein Individuum - ich bin hier draussen allein", führt zu massiver Angst. Massive Angst geht mit dem Gefühl einher, in einer fremden Welt zu sein, getrennt zu sein.
Und solange die Trennung nicht verfliegt, herrscht Angst. Der verrückte Witz ist natürlich, dass die Angst, die wir verspüren, der Geliebte ist; die Angst, die wir verspüren, ist die Einladung. Es muss Angst herrschen, weil diese Angst in Wirklichkeit natürlich der Geliebte ist.
Die Angst ist ein Gefühl hier drinnen - sie ist die Lebendigkeit. Und die Geschichte darum herum ist Quatsch. Die Geschichte, "Werde ich pleite gehen?" oder "Liebt sie mich noch?" ist nur eine Information. Die Angst ist einfach nur Angst. Und die Angst sagt:"Komm nach Hause!"

Du kommst nicht mit der Angst klar - hier fällt alles Klarkommen weg. Es gibt kein Klarkommen, aber die Angst ist da, also ist die Angst das, was auftaucht. Punkt. Ende.
Solange ein Gedanke da ist: "Das hier ist Angst, ich fürchte mich - ich muss etwas tun.", solange bleibt die Geschichte am Laufen und die CD dreht sich weiter: "Er liebt mich nicht", oder was auch immer. Aber wenn du es einfach lässt, hier drin, nicht wahr? (Zeigt auf den Solar Plexus) - dieses schwarzgrüne Brennen und all das...Wisse einfach, dass dort drinnen etwas ist und sieh es einfach."

Aus: Tony Parsons - DAS IST ES