Welpentage

 

Welpentage
sind keine Tage
haben keine Zeit
sind ohne Erbarmen
Beutegreifer
deinem Verstand
sind sie eingebrochen
in dein Leben
Überwältigt ist die Angst
unterwürfiger Wächter
der erkennt
es wird nie regnen
unter Brücken

Welpengesänge adern
zeitlose Risse
durch die Dinge
Und Körper
um Körper
geben sie dir
die Stille frei
die du als Geisel
so roh
hast bewacht
in deinem verwundeten Herzens

Welpentage haften wie
rosa Blütenblätter
an deinen verdreckten Stiefeln
und wie taumelnde Flocken
hellen Hundehaarflaums
verirren sie sich
auf deine nachtblaue Bluse
Lass sie ruhen!
Von nestbauenden Vögeln begehrt
gehst du durch die Stadt und vom Licht
sterbender Sternen verregnet
singen dir die Vögel ihre Lieder
patrouillieren dich Abendpfauenaugen
zu den tiefsten Verstecken
der Seele
wo dir meersalzene
Blumen erblühen
an den von den Rüden
hart markierten Hausecken

Welpenmilchgeruch durchtränkt deine Seele
und vom Grossen Traummacher verführt
formen dich deine Träume
in den Sandformen der Nacht
als wärst du bitterfeuchter Lehm
stillen sie dich
an den zitternden Zitzen
des Sternbilds
Mamma Lupa
das seit jeher
namenlos
den Himmel ziert
Gib`s endlich zu!
Du hast es immer gewusst
zuerst die Milch
dann die Brust
Dein Innerstes
ist doch immer nur Schmerz
und Sehnsucht

Süsser Zitzenkrieg an der Front
Wesen sanft und heiss wie Hundstage
kämpfen in tiefstem Entzücken
und stürzen weg
wie gefallene Krieger
während du über die Sonnenaufgänge
deiner verlorenen Nächten
stolperst

Welpentage
sind so licht
du siehst sie nur im Dunkeln
und dann bleibt dir nichts
als zu lauschen
dem ewigen
Wölfen
des Grossen Hunds

Welpentage
rasende Tage
gehen so schnell weg
fallen dir ins Herz
fallen dir
aus der Hand
und du erwachst
mit einem Hund
an der Seite
der dich
über eiserne Grenzen leitet
in die Wildnis
deines Herzens

Welpentage heisst Welpenwägen
Das unmessbare Leben messen
deiner masslosen Liebe