Im Stein schläft Gott,
in der Pflanze träumt er,
er erwacht im Tier
und wird sich im Menschen bewusst.
Indische Volksweisheit
Wenn du stirbst, gibt es entweder nichts, in diesem Fall bin ich fertig, oder es gibt etwas. Ich denke zufällig, dass es etwas gibt, aus verschiedenen Erfahrungen, die ich gemacht habe. Und wenn das so ist, dann kann ich mir kein grösseres Abenteuer vorstellen, als herauszufinden, was da ist. Was kommt als nächstes?
Manchmal sieht Frau Boo Delfine. Grosse Gefahren meidet sie. Doch wenn sie meterhohe Wellen erfassen und in die Tiefe drücken, weiss sie, was sie tun muss: nichts. Oder wie sie sagt: «Halte still, wenn das Meer dich im Griff hat.» Die Brandung hat Frau Boo noch immer freigegeben.
Den Jägerinnen der Tiefe geht der Atem Katharina Bracher NZZ Reisen 6.9.25
Nuestras vidas son los rios
que van a dar en el mar
que es el morir
*
Unser Leben sind die Flüsse
die ins Meer münden
das ist das Sterben
Jorge Manrique Coplas a la muerte de su padre
Philosophen haben schon lange über die deterministischen Kräfte im Leben nachgedacht und wie sich diese mit der menschlichen Freiheit in Einklang bringen lassen. Aus der Perspektive des mystischen Bewusstseins könnte das einfach ein weiteres Paradox der Art „Sowohl – als auch“ sein, bei dem die Wahrheit in beiden Ansichtsweisen
steckt und wir letztlich nicht wissen, wie es sich tatsächlich verhält. Die beste Formulierung, die mir einfällt, wenn ich über dieses Paradoxon nachdenke, ist, dass wir vielleicht dazu bestimmt sind, an die Illusion der Freiheit zu glauben, denn wenn wir nicht so handelten, als wären wir frei, würde nicht eintreten, was vorherbestimmt ist. In der Zwischenzeit leben wir unsere Leben und handeln in der Welt, so gut wir können.
William A. Richards Heilige Erkenntnis
Den Weg des Lebens und des Todes musst du allein gehen. Auf diesem Weg kann es den Trost des Wissens, der Erfahrung und der Erinnerung nicht geben. Der Geist (mind) muss von allen Dingen gereinigt werden, die er sich in seinem Sehnen nach Sicherheit angeeignet hat. All seine Götter und Tugenden müssen der Gesellschaft zurückgegeben werden, die sie hervorgebracht hat. Es muss vollkommenes, unbeflecktes Alleinsein herrschen.
Jiddu Krishnamurti Commentaries On Living III
Vorsichtig stieg Auri in die großen, schwarzen, ungeschlachten Stiefelspuren. Unordnung zu stiften war nicht ihre Art. Sie bewegte sich, wie sich Wasser in einer sanften Welle bewegt. Das Wasser bleibt stets gleich, ganz egal, wie es sich bewegt. So machte man das.
Patrick Rothfuss Die Musik der Stille