FAITH

I do not believe in anything.

I have no religion. I have no god, including the gods of money, science and atheism. I hold no fixed theories about reality, including that one. I see heaven and hell, karma, reincarnation and the search for enlightenment as beautiful fairy tales. I have no guru, no lineage, no teacher, and so everything teaches me. I see doubt and profound mystery as my most trusted companions. I walk no path except the one appearing directly in front of me. I have no home except my own presence. I trust nothing at all, except what actually happens. I find no meaning in life except the fearless living of it. I know that today could be my final day. I feel grateful for all that was given and all that was lost to time. I see the inherent limitation of language and yet love to play with it. I see the joke in using the words “I”, “me” and “mine” and yet delight in using them. I realise that I am not my story, and I realise even that is just a story.

I find it impossible to say anything about myself, for experience is constantly changing. I find it effortless to talk about myself, for who I am never changes. I know that on the deepest level I am profoundly equal to you. I know that all these sentences are pale imitations of truth.

I do not believe in anything. I have no religion.

Except the in – and out – breaths. And endlessly deepening wonder.

*

Ich glaube an nichts.

Ich habe keine Religion. Ich habe keinen Gott, auch nicht die Götter des Geldes, der Wissenschaft und des Atheismus. Ich habe keine fixen Theorien über die Realität, einschließlich dieser. Ich sehe Himmel und Hölle, Karma, Reinkarnation und die Suche nach Erleuchtung als hübsche Märchen. Ich habe keinen Guru, keine Abstammung, keinen Lehrer, und so lehrt mich alles. Ich sehe den Zweifel und das tiefe Mysterium als meine vertrauenswürdigsten Begleiter an. Ich gehe keinen Weg, außer dem, der direkt vor mir erscheint. Ich habe kein Zuhause, außer meiner eigenen Präsenz. Ich habe in überhaupt nichts Vertrauen, außer in das, was jetzt grad geschieht. Ich finde keinen Sinn im Leben, außer dem furchtlosen Leben des Lebens. Ich weiß, dass heute mein letzter Tag sein könnte. Ich bin dankbar für alles, was gegeben wird und was in der Zeit verloren geht. Ich sehe die inhärente Einschränkung der Sprache und spiele dennoch gerne mit ihr. Ich sehe den Witz darin, die Worte "ich", "mir" und "mein" zu verwenden, und doch freue ich mich, sie zu benutzen. Ich weiß, dass ich nicht meine Geschichte bin, und ich weiß, dass selbst das nur eine Geschichte ist.

Ich finde es unmöglich, etwas über mich selbst zu sagen, denn das Erleben verändert sich ständig. Ich empfinde es als mühelos, über mich selbst zu sprechen, weil das, was ich bin, sich niemals verändert. Ich weiß, dass ich auf der tiefsten Ebene dir zutiefst gleich bin. Ich weiß, dass all diese Sätze blasse Nachahmungen der Wahrheit sind.

Ich glaube an nichts. Ich habe keine Religion.

Außer den ein- und ausgehenden Atemzügen. Und einem immer tiefer werdenden Wundern.

Jeff Foster Falling in Love with Where You Are

One, one, one

One matter, one energy, one Light, one Light-mind
Endlessly emanating all things.
One turning and burning diamond,
One, one, one.

*

Eine Materie, eine Energie, ein Licht, ein lichter Geist
Ruft bis in alle Ewigkeit die Dinge hervor.
Ein sich drehender, brennender Diamant,
Eins, eins, eins.

Rumi

Aus: Andrew Harvey The Rumi Collection

Ein Versprechen der Liebe

I will always listen deeply to you, but I will never try to fix you, mend you, stop you feeling what you are feeling or give you second-hand, memorised answers. I will never pretend to be ‘the one who knows’, ‘the enlightened one’ or some missionary for a conceptual truth so far removed from real-time, immediate, first-hand present experience. I will not get into drama with you, I will not indulge and feed your stories and mental conclusions and fears, I will not mistake who you are for my story about you, my dream of who you are.

But friend, I will meet you in the fires of hell, I will hold your hand there, I will walk with you as far as you need to walk, and not turn away, for you are myself, and in the deepest recesses of our experience we are intimately each other, and we cannot pretend otherwise.

And so, if you feel confused, feel confused now. If you feel frightened, feel frightened now. If you are bored, let’s get profoundly bored together. If you are burning with rage, let’s burn together awhile and see what happens.

When we break the mould, interrupt the outdated pattern, and make the unexpected commitment to dignify our present experience by radically connecting with what’s really here, without judging it or pushing it away, perhaps great healing is possible.

*

Ich werde immer zutiefst auf dich hören, aber ich werde nie versuchen, dich zu heilen, dich zu verändern, dich davon abzuhalten, das zu fühlen, was du fühlst, oder dir aus zweiter Hand stammende Antworten zu geben. Ich werde nie vorgeben, "derjenige zu sein, der es weiß", "der Erleuchtete" oder ein Missionar für eine konzeptionelle Wahrheit, die zu weit vom direkten Erleben, von der unmittelbaren gegenwärtigen Erfahrung entfernt ist. Ich werde nicht mit dir in ein Drama einsteigen, ich werde nicht nachgeben um deine Geschichte und deine mentalen Schlussfolgerungen und Ängste zu nähren, ich werde dich nicht mit meiner Geschichte über dich, meinem Traum von dir, verwechseln.

Aber, mein Freund, ich werde dir im Feuer der Hölle begegnen, ich werde deine Hand dort halten, ich werde dich begleiten, so weit wie du gehen musst, und werde mich nicht abwenden, denn du bist ich, und in den tiefsten Tiefen unseres Erlebens sind wir eng verbunden, wir können das nicht leugnen.

Und wenn du dich verwirrt fühlst, dann sei jetzt verwirrt. Wenn du Angst hast, dann fürchte dich jetzt. Wenn du dich langweilst, lass uns zusammen gründlich gelangweilt sein. Wenn du vor Wut loderst, lass uns eine Weile zusammen lodern, um zu sehen, was passiert.

Wenn wir die Schale brechen, das veraltete Muster durchbrechen und die unerwartete Verpflichtung eingehen, unsere gegenwärtige Erfahrung zu würdigen, indem wir uns radikal mit dem verbinden, was wirklich hier ist, ohne es zu beurteilen oder wegzustoßen, dann ist vielleicht eine tiefe Heilung möglich.

Jeff Foster A loving promise aus Falling in love with where you are

Ecstasy

Once you realise that the road is the goal,
and that you are always on the road,
not to reach a goal, but to enjoy its beauty and its wisdom,
life ceases to be a task, and becomes natural and simple,
in itself an ecstasy ...

*

Sobald du realisierst, dass der Weg das Ziel ist,
und dass du immer auf dem Weg bist,
nicht um ein Ziel zu erreichen, sondern um seine Schönheit und Weisheit zu genießen,
hört das Leben auf, eine Aufgabe zu sein, und wird natürlich und einfach und
in sich selbst Ekstase ....

Sri Nisargadatta Maharaj

Der Kopflose an der Bergweihnacht

Relax into the seeing. Realize that all that arises is the seen. It comes, it lingers for a while and it`s gone, but the seeing (the Self) remains.

*

Entspanne dich ins Sehen. Erkenne, dass alles, was auftaucht, das Gesehene ist. Es kommt, es verweilt eine Weile und ist weg, doch das Sehen (das Selbst) bleibt.

Douglas Harding From Self to Self

Es ist, wie es ist.

Es war etwa 6 Uhr an einem Junimorgen 1956, als ich zum ersten Mal zur Realität erwachte. Ich war allein in meinem Zimmer, als ich aufwachte und mich im Bett aufsetzte. Meine Frau und Frania schliefen im angrenzenden Zimmer. Catherine hatte bereits geheiratet und uns verlassen. Ich war einfach mein Selbst, das anfanglose, unveränderliche Selbst. Ich dachte: ‚Nichts hat sich verändert’. In der Theorie hatte ich bereits verstanden, dass es nichts Neues ist. Was ewig ist, kann nicht neu sein, was neu ist, kann nicht ewig sein. Die einzige Beschreibung ist die, die Sri Ramana Maharshi gegeben hat: ’Es ist, wie es ist.’ Doch erst jetzt erlebte ich es. Da war keine Aufgeregtheit, keine Freude oder Ekstase, lediglich eine unermessliche Zufriedenheit, der natürliche Zustand, die Ganzheit des einfachen Seins. …

Arthur Oborne My Life and Quest aus: Gabriele Ebert Ramana Maharshi und seine Schüler Band 1

How to change your mind

Stamets went off to Kenyon College, where, as a freshman, he had “a profound psychedelic experience” that set his course in life. As long as he could remember, Stamets had been stymied by a debilitating stutter. “This was a huge issue for me. I was always looking down at the ground because I was afraid people would try to speak to me. In fact, one of the reasons I got so good at finding mushrooms was because I was always looking down.”

One spring afternoon toward the end of his freshman year, walking alone along the wooded ridgeline above campus, Stamets ate a whole bag of mushrooms, perhaps ten grams, thinking that was a proper dose. (Four grams is a lot.) As the psilocybin was coming on, Stamets spied a particularly beautiful oak tree and decided he would climb it. “As I’m climbing the tree, I’m literally getting higher as I’m climbing higher.” Just then the sky begins to darken, and a thunderstorm lights up the horizon. The wind surges as the storm approaches, and the tree begins to sway.

“I’m getting vertigo but I can’t climb down, I’m too high, so I just wrapped my arms around the tree and held on, hugging it tightly. The tree became the axis mundi, rooting me to the earth. ‘This is the tree of life,’ I thought; it was expanding into the sky and connecting me to the universe. And then it hits me: I’m going to be struck by lightning! Every few seconds there’s another strike, here, then there, all around me. On the verge of enlightenment, I’m going to be electrocuted. This is my destiny! The whole time, I’m being washed by warm rains. I am crying now, there is liquid everywhere, but I also feel one with the universe."

“And then I say to myself, what are my issues if I survive this? Paul, I said, you’re not stupid, but stuttering is holding you back. You can’t look women in the eyes. What should I do? Stop stuttering now—that became my mantra. Stop stuttering now, I said it over and over and over."

“The storm eventually passed. I climbed down from the tree and walked back to my room and went to sleep. That was the most important experience of my life to that point, and here’s why: The next morning, I’m walking down the sidewalk, and here comes this girl I was attracted to. She’s way beyond my reach. She’s walking toward me, and she says, ‘Good morning, Paul. How are you?’ I look at her and say, ‘I’m doing great.’ I wasn’t stuttering! And I have hardly ever stuttered since."

“And that’s when I realized I wanted to look into these mushrooms.”

*

Stamets ging aufs Kenyon College, wo er im ersten Jahr «eine tiefgehende psychedelische Erfahrung» hatte, die in seinem Leben die Weichen stellte. So weit er zurückdenken kann, wurde Stamets von einem lähmenden Stottern behindert. «Das war für mich ein Riesenproblem. Ich habe immer auf den Boden geblickt, weil ich Angst hatte, jemand könnte mich ansprechen. Einer der Gründe, warum ich so gut im Pilzesuchen bin, ist, dass ich immer nach unten geschaut habe.»

An einem Frühlingstag gegen Ende seines ersten Studienjahrs ging er nachmittags allein den bewaldeten Bergrücken oberhalb des Campus entlang und aß in der Überzeugung, es sei eine angemessene Dosis, eine ganze Tüte Pilze, vielleicht zehn Gramm. (Vier Gramm sind schon viel.) Als das Psilocybin zu wirken begann, erblickte Stamets eine besonders schöne Eiche und beschloss, sie zu erklimmen. «Beim Hinaufklettern wurde ich buchstäblich immer higher.» In diesem Moment verdunkelte sich der Himmel, und am Horizont leuchtete ein Gewitter auf. Der Wind schwoll an, während das Gewitter näher kam, und der Baum begann zu schwanken.

«Mir wurde schwindlig, aber ich konnte nicht runterklettern, ich war zu berauscht, also schlang ich bloß die Arme um den Baum und hielt mich fest. Der Baum wurde zur axis mundi und verwurzelte mich mit der Erde. ‹Das ist der Baum des Lebens›, dachte ich; er dehnte sich in den Himmel und verband mich mit dem Universum. Und plötzlich ging mir auf: Ich werde vom Blitz erschlagen! Alle paar Sekunden schlägt er ein, mal hier, mal da, überall ringsum. Die Erleuchtung vor Augen, werde ich von einem Stromschlag getötet. Das ist mein Schicksal! Die ganze Zeit wurde ich von warmem Regen durchnässt. Inzwischen weinte ich, überall war Flüssigkeit, doch ich fühlte mich auch eins mit dem Universum.

Und dann sagte ich mir: Was mache ich, wenn ich das hier überlebe? Paul, sagte ich, du bist nicht dumm, aber die Stotterei hemmt dich. Du kannst den Frauen nicht in die Augen sehen. Was sollte ich tun? Hör auf zu stottern – das wurde mein Mantra. Hör auf zu stottern, sagte ich ein ums andere Mal.

Das Gewitter zog irgendwann weiter. Ich stieg von dem Baum, kehrte in mein Zimmer zurück und legte mich schlafen. Das war bis jetzt die wichtigste Erfahrung meines Lebens, und zwar aus folgendem Grund: Als ich am nächsten Morgen den Gehsteig entlangging, kam mir das Mädchen entgegen, zu dem ich mich hingezogen fühlte. Sie war unerreichbar für mich. Als sie auf mich zukam, sagte sie: ‹Guten Morgen, Paul. Wie geht‘s dir?› Ich sah sie an und sagte: ‹Mir geht‘s fantastisch.› Ich stotterte nicht! Und habe es seither auch nicht mehr getan.

Und da habe ich begriffen, dass ich mich mit diesen Pilzen befassen wollte.»

Paul Stamets aus Michael Pollan How to Change Your Mind - Verändere dein Bewusstsein

Das SELBST

Es war etwa sechs Wochen bevor ich Madurai für immer verließ, als sich die große Wandlung in meinem Leben ereignete. Das geschah ganz plötzlich. Eines Tages saß ich allein im ersten Stock des Hauses meines Onkels. Ich war wie immer gesund. Ich war selten krank. Ich schlief aber ungewöhnlich tief. ... So war also an diesem Tag, als ich alleine in dem Zimmer war, mit meiner Gesundheit alles in Ordnung. Dennoch überkam mich eine plötzliche und unmissverständliche Todesfurcht. Ich spürte, dass ich sterben musste. Kein körperliches Empfinden war dafür die Ursache. Ich konnte es mir damals selbst nicht erklären, warum ich so fühlte. Ich bemühte mich jedoch erst gar nicht herauszufinden, ob die Angst überhaupt begründet war. Ich spürte einfach: ‚Ich sterbe jetzt‘. Sofort fing ich an, darüber nachzudenken, was ich nun tun sollte. Weder Ärzte noch Erwachsene, ja nicht einmal Freunde wollte ich um Rat fragen. Ich spürte, dass ich das Problem selbst lösen musste, hier und jetzt.

Der Schock der Todesangst bewirkte, dass sich meine Aufmerksamkeit sofort nach innen wandte. Ich sagte zu mir im Geist: ‚Jetzt ist der Tod gekommen. Was bedeutet das? Was ist es, das stirbt? Dieser Körper stirbt.‘ Sofort spielte ich die Todesszene. Ich streckte meine Glieder aus und hielt sie steif, als hätte die Totenstarre eingesetzt. Um meine weitere Untersuchung möglichst realistisch zu machen, spielte ich eine Leiche. Ich hielt den Atem an und presste die Lippen fest zusammen, sodass ihnen kein Laut entweichen konnte. Weder das Wort ‚ich‘ noch irgendein anderes Wort sollte gesagt werden! ‚Nun gut‘, sagte ich zu mir, ‚dieser Körper ist tot. Er wird steif zum Verbrennungsplatz getragen. Dort wird er verbrannt, und von ihm bleibt nur Asche übrig. Aber bin auch „ich“ mit dem Tod des Körpers gestorben? Ist dieser Körper „ich“? Dieser Körper ist still und unbeweglich, aber unabhängig von ihm spüre ich die ganze Kraft meiner Person und sogar den Klang „ich“ in mir.  Also bin „ich“ Geist, etwas, das den Körper transzendiert. Der materielle Körper stirbt, aber der ihn transzendierende Geist kann vom Tod nicht berührt werden. Deshalb bin ich unsterblicher Geist.‘

All dies war kein rein intellektueller Prozess, sondern traf mich wie ein Blitz als lebendige Wahrheit und war etwas, das ich sofort und fast ohne eine Begründung erkannte. ‚Ich‘ war etwas Wirkliches, in dem Zustand das einzig Wirkliche überhaupt, und die gesamte bewusste Aktivität, die mit meinem Körper verbunden war, war jetzt daraufhin konzentriert. Von diesem Zeitpunkt an hielt eine machtvolle Faszination meine gesammelte Aufmerksamkeit am ‚Ich‘ oder meinem Selbst fest. Die Todesangst war ein für alle Mal verschwunden. Das Verschmolzensein im Selbst hat von diesem Moment an bis heute fortbestanden. Andere Gedanken mögen kommen und gehen wie die verschiedenen Noten bei einem Musiker, aber das Selbst besteht fort wie die Grundnote, die alle anderen Noten begleitet und sich mit ihnen vermischt. Mag der Körper mit Sprechen, Lesen oder etwas anderem beschäftigt sein, ich bin immer auf das Selbst konzentriert

Sri Ramana Maharshi

Aus: Gabriele Ebert Ramana Maharshi: Die gesammelten Werke

The Offering – Die Darbietung

Alles Liebe zu Deinem Geburtstag heut, Annina!

In the dream of separation, you are an individual with choice and free will. In the dream, you apparently chose to start reading this book. You chose to go to the book-shop, or borrow the book from a friend, and then today you chose to pick up the book and sit down and start reading. And you’re choosing to sit on the chair in a certain way now, and you’re choosing to move your eyes across the pages, and you’re choosing to believe me or not, to like what I’m saying or not, to be bored or excited by the words, or not. In the dream, you’re certainly doing a lot of choosing!

In the dream you chose your way towards this. In the dream you made all of this happen. In the dream you can take credit for all of this. In the dream you appear to be a creator.

In the falling away of the story of choice, the story that you’re a separate, solid person at the centre of your life, the story that you are doing everything, that you created all of this, you really have no way of knowing how any of this came to be. In the falling away of choice, you have no way of knowing how you got here. How any of this happened.

And then, like a newborn baby, you open your eyes, and you find this. In the falling-away of the individual, you’re seeing this for the first time. And you look down and you find yourself perched on a chair. And there’s the sense that the chair doesn’t have to be there, but it is anyway.

And there is only gratitude for it all.

You look down, and my goodness there’s a chair there, offering itself, supporting you unconditionally, asking nothing of you. What grace.

The chair doesn’t care who you are. Who you think you are. It doesn’t care what you’ve done or haven’t done. It doesn’t care what you’ve achieved or haven’t achieved, what you believe or don’t believe. It doesn’t care if you’re a success or a failure, if you’ve reached your goals or not. It doesn’t care whether or not you think you’re enlightened. It doesn’t care what you look like, what clothes you are wearing. It doesn’t care whether you’re sick or healthy, whether you’re a Buddhist or a Jew or a Christian, whether you are young or old, whether you understand or don’t understand. It only offers itself, unconditionally.

This message isn’t complicated. It’s there in something as simple and commonplace as a chair.

And not just the chair, but all things: all things offer themselves unconditionally.

The secret is this:

Life is not really life at all. It is an offering.

And right now it offers this. It offers the present moment. It offers everything that’s happening here. It offers this presence, this aliveness. It offers an apparent world of sights and sounds and smells, even though there is nobody there at the centre of it all. Even though, if truth be told, there is no world at all. And yet, there is this. And with the innocent eyes of a child, you are always seeing it for the first time. Words don’t even begin to capture it.

To the mind, all of this is madness! The mind says “well of course there’s a chair there! I put it there! I made this happen!” The mind could never begin to grasp the wonder of what is. Never mind, it doesn’t need to. Wonder carries on being wonder even if it goes unrecognised and unappreciated.

And it goes deeper: you look down and you see clothes on your body, protecting you, keeping you warm or keeping you cool or keeping the sun off you.

And breathing is happening. In and out, in and out, effortlessly. Again, asking nothing of you. And even in deep dreamless sleep, when you aren’t even there to know it, breathing is happening. Breathing even happens in the absence of you! You don’t even have to be there, and yet the offering just goes on.

And the heart’s beating, pumping blood around the body, asking nothing of you. It’s just offering itself freely. One day it won’t be. One day the heart won’t be beating anymore, but it is now. One day breathing won’t happen anymore, but it’s happening now. You’re not guaranteed anything, you’re not guaranteed another day, another hour, another moment. And yet you get all of this. For free.

Sensations in the body, and sounds, and the cool breeze. And even thoughts coming out of nowhere and dissolving back into nothingness. You get all of that as well, for free. This is grace. This is Oneness. And it doesn’t look anything like you thought it would. Who would have thought that liberation, or whatever you want to call this, would be so simple and so obvious? That it would be a simple, clear seeing of what is? That it would be life, as it is, seen in clarity?

And of course, the mind will reject this message. You see, this is the end of its story of control. The end of its future. The end of its seeking. To the mind, this is a bit like death. And so the mind goes “no, this cannot be it, this is too ordinary! I expected so much more! I wanted so much more than just... sitting on a chair!”

The mind says this is too ordinary.

But you see, it was always the search for the extraordinary that made this ordinary. It was always the search for something out there that made this so ordinary and dull. And then we got so bored with this that we wanted that! We got so bored with this that we wanted the awakening from this!

The spiritual search was always rooted in a rejection of the present. The search of a lifetime was always a movement away from what is.

But in the falling away of the search for the extraordinary, this is no longer ordinary. In the falling away of the seeking – and along with it, the seeker – you have no way of calling this ‘ordinary’ any longer. The opposites collapse into each other, and what you are left with, you have no way of putting into words.

Look at a newborn baby or very young child: there is a sense of wonder there, a sense of amazement at life as it is. As adults, we seem to move so far away from that childlike innocence and simplicity. We become so heavy, so lost in our seeking, in our search to be someone in the world, in our drive to succeed, in our desire to make everything perfect. And it’s all so exhausting.

Underneath all of the seeking, we’re still just newborn babies. We’re still seeing the world for the first time. We just got a little lost in the game of becoming, that’s all.

*

Im Traum von der Trennung bist du ein Individuum mit einer Wahl und einem freien Willen. Im Traum hast du anscheinend beschlossen, dieses Buch zu lesen. Du hast dich entschieden, in die Buchhandlung zu gehen oder das Buch von einem Freund zu leihen, und dann hast du dich heute entschieden, das Buch in die Hand zu nehmen, dich hinzusetzen und mit dem Lesen zu beginnen. Und du entscheidest dich, jetzt auf dem Stuhl auf eine bestimmte Weise zu sitzen, und du entscheidest dich dafür, deine Augen über die Seiten zu bewegen, und du entscheidest dich, mir zu glauben oder nicht, zu mögen, was ich sage oder nicht, gelangweilt oder aufgeregt zu sein von den Worten, oder nicht. Im Traum triffst du sicherlich eine Menge Entscheidungen!

Im Traum hast du deinen Weg hierher gewählt. Im Traum hast du das alles möglich gemacht. Im Traum kannst du für all das Bestätigung bekommen. Im Traum scheinst du ein Schöpfer zu sein.

Im Wegfallen der Geschichte von deiner Wahl, der Geschichte, dass du eine getrennte, selbstverständliche Person im Mittelpunkt deines Lebens bist, der Geschichte, dass du all das tust, dass du all das selber erschaffen hast, hast du wirklich keine Möglichkeit zu wissen, wie all das zustande kam. Beim Wegfallen der Wahl hast du keine Möglichkeit zu wissen, wie du hierher gekommen bist. Wie ist das alles passiert?

Und dann, wie bei einem Neugeborenen, öffnest du deine Augen und findest das hier. Im Wegfallen des Individuums siehst du das alles zum ersten Mal. Und du schaust nach unten und sitzest auf einem Stuhl. Und es gibt das Gefühl, dass der Stuhl nicht da sein muss, aber er ist es trotzdem.

Und dann ist da nur Dankbarkeit für alles.

Du schaust nach unten, und - meine Güte! -, da ist ein Stuhl, der sich dir anbietet, dich bedingungslos unterstützt und nichts von dir verlangt. Welche Gnade!

Dem Stuhl ist es egal, wer du bist. Wer du glaubst zu sein. Es ist ihm egal, was du getan oder nicht getan hast. Es ist ihm egal, was du erreicht oder nicht erreicht hast, was du glaubst oder nicht glaubst. Es ist ihm egal, ob du ein Erfolgstyp oder ein Versager bist, ob du deine Ziele erreicht hast oder nicht. Es ist ihm egal, ob du denkst, dass du erleuchtet bist oder nicht. Es ist ihm egal, wie du aussiehst, welche Kleidung du trägst. Es ist ihm egal, ob du krank oder gesund bist, ob du Buddhist, Jude oder Christ bist, ob du jung oder alt bist, ob du verstehst oder nicht. Er bietet sich dir nur an, bedingungslos.

Diese Botschaft ist nicht kompliziert. Sie steckt in etwas so Einfachem und Alltäglichem wie in einem Stuhl.

Und nicht nur im Stuhl, sondern in allen Dinge: Alle Dinge bieten sich dir bedingungslos an.

Das Geheimnis ist folgendes:

Das Leben ist in Wahrheit nicht wirklich Leben. Es ist eine Darbietung.

Und im Moment bietet es dies an. Es bietet den gegenwärtigen Moment an. Es bietet all das an, was hier passiert. Es bietet diese Präsenz an, diese Lebendigkeit. Es bietet eine scheinbare Welt von Sehenswürdigkeiten an, Geräuschen und Gerüchen, auch wenn niemand im Mittelpunkt steht. Auch wenn es, wenn man die Wahrheit sagt, überhaupt keine Welt gibt. Und doch gibt es das hier. Und mit den unschuldigen Augen eines Kindes siehst du es immer wieder zum ersten Mal. Worte können nicht einmal anfangen, dies zu erfassen.

Für den Verstand ist das alles Wahnsinn! Der Verstand sagt: "Nun, natürlich gibt es da einen Stuhl! Ich habe ihn dort hingestellt! Ich habe das möglich gemacht!" Der Verstand kann nie annähernd das Wunder dessen erfassen, was ist. Egal, das muss er nicht. Ein Wunder ist weiterhin ein Wunder, auch wenn es nicht erkannt und gewürdigt wird.

Und es geht noch tiefer: Du schaust nach unten und siehst die Kleidung auf deinem Körper, die dich schützt, dich warm hält oder dich kühl hält oder die Sonne von dir fernhält.

Und der Atem geht. Ein und aus, ein und aus, mühelos. Nochmals, er verlangt nichts von dir. Und selbst im tiefen, traumlosen Schlaf, wenn du nicht einmal da bist, um es zu wissen, geschieht das Atmen. Das Atmen geschieht sogar in der Abwesenheit von dir! Du musst nicht einmal da sein, und doch geht die Darbietung  einfach weiter.

Und das Herz schlägt, pumpt Blut durch den Körper und verlangt nichts von dir. Es ist nur da, sich selbst freiwillig anbietend. Eines Tages wird es das nicht mehr tun. Eines Tages wird das Herz nicht mehr schlagen, aber jetzt schlägt es. Eines Tages wird das Atmen nicht mehr gehen, aber jetzt geschieht es. Du hast keine Garantie auf irgend etwas, du hast keine Garantie für einen anderen Tag, eine andere Stunde, einen anderen Moment. Und doch bekommst du das alles mit. Gratis.

Empfindungen im Körper, Geräusche und die kühle Brise. Und sogar Gedanken, die aus dem Nichts kommen und sich wieder ins Nichts auflösen. Du bekommst das alles auch, gratis. Das ist Gnade. Das ist Einssein. Und es sieht nicht so aus, wie du es dir vorgestellt hast. Wer hätte gedacht, dass die Befreiung, oder wie auch immer du das nennen willst, so einfach und offensichtlich sein würde? Dass es ein einfaches, klares Bild von dem sein könnte, was ist? Dass es das Leben sein könnte, gerade so wie es ist, in Klarheit gesehen?

Und natürlich wird der Verstand diese Botschaft ablehnen. Sieh, das ist das Ende seiner Geschichte von Kontrolle. Das Ende seiner Zukunft. Das Ende seiner Suche. Für den Verstand ist das ein bisschen wie der Tod. Und so sagt der Verstand "nein, das kann es nicht sein, das ist zu gewöhnlich! Ich habe so viel mehr erwartet! Ich wollte so viel mehr als nur.... auf einem Stuhl sitzen!"

Der Verstand sagt, dass das zu gewöhnlich ist.

Aber sieh, es ist immer die Suche nach dem Außergewöhnlichen, die dies gewöhnlich macht. Es ist immer die Suche nach etwas da draußen, die das so gewöhnlich und langweilig macht. Und dann wird uns das so langweilig, dass wir das wollen! Wir langweilen uns so sehr, dass wir daraus erwachen wollten!

Die spirituelle Suche ist immer in einer Ablehnung des Jetzt verwurzelt. Die Suche nach dem Leben ist immer eine Bewegung weg von dem, was ist.

Aber im Wegfallen der Suche nach dem Außergewöhnlichen ist dies nicht mehr gewöhnlich. Im Wegfallen des Suchens - und damit auch des Suchenden - hast du keine Möglichkeit mehr, dies als "gewöhnlich" zu bezeichnen. Die Gegensätze fallen ineinander, und was dir bleibt, kannst du nicht in Worte fassen.

Schau dir ein Neugeborenes oder ein sehr kleines Kind an: Es gibt bei ihm ein Gefühl des Staunens, ein Gefühl des Staunens über das Leben, wie es ist. Als Erwachsene scheinen wir so weit von dieser kindlichen Unschuld und Einfachheit entfernt zu sein. Wir werden so belastet

, so verloren in unserem Suchen, in unserer Suche nach jemandem in der Welt, in unserem Streben nach Erfolg, in unserem Wunsch, alles perfekt zu machen. Und es ist alles so anstrengend.

Bei all dem Suchen sind wir immer nur Neugeborene. Wir sehen die Welt immer zum ersten Mal. Wir haben uns nur ein wenig im Spiel des Werdens verloren, das ist alles.

Jeff Foster An Extraordinary Absence

„Depression is the closest conditioned state to the awakened state.“ Chögyam Trungpa

The reason depression is so powerful is because you actually have to let go of pretty much everything you think or have thought in order to explore it. You have to let go of your hopes, your fears, your ambitions, the things that are working, the things that aren’t working — your whole world. That’s why depression is so powerful for spiritual practice: because if you step into it, it is actually a process of letting go of your entire known self.

*

Der Grund, warum Depression so kraftvoll ist, ist, dass du wirklich so ziemlich alles loslassen musst, was du denkst oder gedacht hast, um sie zu ergründen. Du musst deine Hoffnungen, deine Ängste, deine Ambitionen, die Dinge, die funktionieren, die Dinge, die nicht funktionieren - deine ganze Welt - loslassen. Deshalb ist Depression für die spirituelle Praxis so mächtig: Denn wenn du in sie eintauchst, wird es zu einem grundlegenden Prozess des Loslassens deines ganzen bewussten Selbst.

Reginald A. Ray

Ich halte still, indes unzählige Welten in mir kreisen.

Pradakshina, der Hindu-Ritus des Umschreitens von Bildnissen, Symbolen und heiligen Stätten, bedeutet: ›Alles ist in mir‹. Man sagt, das Umwandern des heiligen Berges Arunachala bedeute in Wahrheit das Umwandern der ganzen Welt und sei genauso wirksam; das heißt also, dass die ganze Welt in diesem Berg beschlossen liegt. Der Rundgang um den Tempel des Arunachala ist ebenso gut, und der Rundgang um sich selbst, die Drehung um die eigene Achse, ist nicht weniger wertvoll. So ist alles im Selbst beschlossen. Die Ribhu Gita drückt es in den Worten aus: ›Ich halte still, indes unzählige Welten – als Vorstellungen meines Geistes – in mir kreisen.‹ Diese Meditation ist das höchste Pradakshina.

Ramana Maharshi

aus: Gabriele Ebert Ramana Maharshi - Sein Leben

Spaziergang mit Hund und Schatten

Wir verbergen die Gegenwart unserem Blick, weil sie uns schmerzt. Doch ist sie uns angenehm, so grämt uns, dass sie uns enteilt. Wir versuchen ihr durch die Zukunft nachzuhelfen und meinen, die Dinge, obwohl sie nicht in unserer Gewalt sind, für eine künftige Zeit ordnen zu können, ohne die Gewähr zu haben, dass wir sie erleben. So kommt es, dass wir nie leben, sondern nur die Hoffnung haben zu leben; und weil wir uns immer nur darauf vorbereiten, glücklich zu werden, kommt es dazu, dass wir es niemals sind.

Blaise Pascal

My desire is …

Liebe Rita, ganz herzliche Gratulation zu Deinem Geburtstag!

My desire is that all shall be as it is since all flows from my True Nature.

*

Mein Wunsch ist, dass alles so sein soll, wie es ist, denn alles fließt aus meiner wahren Natur.

Douglas Harding